Schilddrüsenoperation

von Prof. Dr. Martin Büsing

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

bei Ihnen ist eine Schilddrüsenoperation erforderlich geworden und ich möchte Sie kurz über den Behandlungsablauf informieren.

In der Regel erfolgt die Vorbereitung zur Operation einschließlich des Aufklärungsgesprächs vor der stationären Aufnahme. Bei schweren Begleiterkrankungen ist die stationäre Aufnahme ggf. auch einige Tage vorher notwendig, so dass das Aufklärungsgespräch oder vorbereitende Untersuchungen während des Aufenthaltes vorgenommen werden.

Bei der Operation wird grundsätzlich das krankhaft veränderte Schilddrüsengewebe entfernt, dies kann im Einzelfall einer fast vollständigen Schilddrüsenentfernung entsprechen. Bei der Operation legen wir größten Wert auf die Schonung der Stimmbandnerven und der s. g. Nebenschilddrüsen. Gegen Ende der Operation nehmen wir eine Messung der Stimmbandnerven (Neurostimulation) vor, so dass wir die Unversehrtheit der Nerven belegen können. Daneben achten wir sehr auf ein optimales kosmetisches Ergebnis und verkleben die Wunde mit Klammerpflastern, die für etwa 1 Woche belassen werden.

In den ersten zwei Tagen nach der Operation sollte der Wundbereich mit Eisbeuteln gekühlt werden, um hier einer stärkeren Schwellung vorzubeugen. Die meisten Patienten erholen sich sehr rasch nach einer Schilddrüsenoperation und können nach zwei bis drei Tagen das Krankenhaus bereits verlassen. Eine vorübergehende Schwäche der Nebenschilddrüsen kann zu einem Calciummangel führen. Sie spüren dann ein Kribbeln im Bereich der Hände oder an anderen Hautpartien und es ist meistens die Gabe von Calciumbrausetabletten für eine gewisse Zeit notwendig. Sollte dies nach der Entlassung von Ihnen bemerkt werden, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Hausarzt oder mit der Chirurgischen Ambulanz, die Ihnen Tag (Tel. 02361-563157) und Nacht (Tel. 02361-560) zur Verfügung steht, in Verbindung. Nach der Operation kann auch vorübergehend eine Heiserkeit bestehen, die eine Folge der Narkose und der Operation im Halsbereich sein kann. Es sollte daher eine Hals-Nasen-Ohrenärztliche Kontrolluntersuchung innerhalb der ersten zwei Wochen nach einer Schilddrüsenoperation erfolgen.

Die Wundheilung im Halsbereich erfolgt in der Regel ungestört. Wir verwenden zum Wundverschluss resorbierbares Nahtmaterial, so dass nach etwa einer Woche lediglich die überstehenden Fäden gekürzt werden. Die Wundkontrolle wird in Absprach mit Ihnen entweder beim Hausarzt, oder bei uns vorgenommen.

Für die Weiterbehandlung ist der feingewebliche Untersuchungsbefund des entfernten Schilddrüsengewebes maßgeblich. In fast allen Fällen ist die Gabe von Schilddrüsenhormonen im Anschluss an die Operation zwingend notwendig, um ein Rezidiv, das heißt die erneute Vergrößerung der Restschilddrüse, zu vermeiden. In der Regel leiten wir die Behandlung unter Schilddrüsenhormonen noch während des stationären Aufenthaltes ein. Etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation müssen die Schilddrüsenlaborwerte überprüft werden, Ihr Hausarzt wird diese Untersuchung vornehmen und die Medikamentengabe ggf. in der Dosis anpassen.

Sofern Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitten an Ihren Stationsarzt, gerne stehe ich Ihnen auch für weitere Rückfragen zur Verfügung.

Wir sind sehr um Ihre Gesundheit bemüht, wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und eine rasche vollständige Erholung von der Operation.