Antirefluxoperation

von Prof. Dr. Martin Büsing

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

bei Ihnen ist eine Antirefluxoperation (Fundoplicatio) erforderlich geworden. Ich möchte Sie kurz über den Behandlungsablauf informieren.

In der Regel erfolgt die Vorbereitung zur Operation einschließlich des Aufklärungsgesprächs vor der stationären Aufnahme. Bei schweren Begleiterkrankungen ist die stationäre Aufnahme ggf. auch einige Tage vorher notwendig, so dass das Aufklärungsgespräch oder vorbereitende Untersuchungen während des Aufenthaltes vorgenommen werden.

Die Operation wird bei Ihnen in der minimalinvasiven endoskopischen Operationstechnik (Schlüssellochoperation) vorgenommen. Dabei wird über kleine Einschnitte an der Bauchdecke eine Kamera in den Bauchraum gebracht und mittels kleiner Instrumente die Operation durchgeführt. Aus dem oberen Magenanteil bilden wir eine "Manschette", die den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen umschließt. Da wir im Bereich der Bauchdecke zusätzlich eine örtliche Betäubung vornehmen, werden Sie kaum Schmerzen nach der Operation verspüren. Sie dürfen bereits am Operationstag Flüssigkeit zu sich nehmen, am Tage nach der Operation beginnen wir mit der Nahrungsaufnahme.

In den meisten Fällen ist die Passage von der Speiseröhre in den Magen ungestört, es kann jedoch bedingt durch die Operation zu einer Schwellung der Schleimhaut und damit zu einer vorübergehenden Passagestörung kommen.

Mittels Röntgenkontrastdarstellung können wir den Schluckakt dann im Verlauf darstellen. In vielen Fällen können Sie bereits nach zwei bis vier Tagen das Krankenhaus verlassen und Ihren normalen Aktivitäten wieder nachgehen. In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Operation sollten Sie beim Essen aber darauf achten, dass die Nahrung gut gekaut oder überwiegend flüssig / breiig zusammengestellt ist. Kohlensäurehaltige Getränke sind für Sie zunächst tabu! Nach der Fundoplicatio ist ein "Aufstoßen" von Luft aus dem Magen meistens zunächst nicht möglich. Beachten Sie daher unbedingt diesen Hinweis. Erst nach drei bis sechs Monaten sind die Heilungsvorgänge vollständig abgeschlossen, solange ist also mit Anpassungsvorgängen zu rechnen. Sollten nach vier bis sechs Wochen noch deutliche Beschwerden vorliegen, empfehlen wir ein Spiegelung von Speiseröhre und Magen, die zur Klärung und ggf. Beseitigung eines möglichen Problems führen kann.

Die Gabe von Medikamenten ist von Fall zu Fall sinnvoll und sollte daher mit uns bzw. mit Ihrem Hausarzt abgesprochen werden. Die Kontrolle der Wunden im Bereich der Bauchdecke können durch Ihren Hausarzt oder durch uns erfolgen, in der Regel sind hier nur sehr kleine Maßnahmen, wie eine Fadenkürzung notwendig. Sofern noch eine Rücksprache erforderlich ist, nehmen Sie mit uns bitte Kontakt über die Chirurgischen Ambulanz unseres Haus auf, die Ihnen Tag (Tel. 02361-563157) und Nacht (Tel. 02361-560) zur Verfügung steht.

Wir sind sehr um Ihre Gesundheit bemüht, wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und eine rasche vollständige Erholung von der Operation.